Klima und Naturschützer sind Menschenschützer


Corinna Häußler und Nils Bonk sind ein EinZigartiges Team

Wer im Alter von 20 Jahren weiß, dass der künstlerische Weg der ist, der satt, zufrieden und glücklich macht, muss sich ziemlich sicher sein. Wer mit Mitte 40 auf 26 Jahre Selbstständigkeit im Zeichen unterschiedlicher Kunstformen zurückblickt, kann mit Recht von sich behaupten, alles richtig gemacht zu haben. Wer noch dazu zu zweit in dieselbe Richtung geht, müsste eigentlich platzen vor Glück. Erfreulicherweise tun sie das nicht, sonst hätte Menden ja nichts mehr von der Arbeit, die Corinna Häußler und Nils Bonk, alias EinZ-Design, von ihrem Zuhause in Menden-Mitte aus leisten. Und dabei geht es nicht nur um bunt gestaltete Stromhäuschen im Auftrag der Stadtwerke.

Der Dortmunder Soundgarden, eine Diskothek, die bis Mitte der ‘00er Jahre in unterschiedlichen Räumen unterschiedliche Musikrichtungen anbot, wurde zum Treffpunkt der beiden Lebenswege, die aus Iserlohn und Gütersloh hierher geführt hatten. „1994 bewarb ich mich um ein Anerkennungsjahr im Paul-Gerhardt Kindergarten auf der Platte Heide.“, erklärt Nils Bonk seine ersten Verknüpfungen mit Menden. Corinna Häußler, damals noch wohnhaft in Gütersloh, war auf dem Weg zur gestaltungstechnischen Assistentin und jobbte als Thekenkraft in dem „Club“ des Dortmunder Soundgardens. Die Anziehungskraft der „Alternative Music“, die damals im Soundgarden geboten wurde, erreichte beide. Aus Corinna und Nils wurde EinZ.
Im Soundgarden erhielt Conny auch ihre erste großflächige Auftragsarbeit. „Ich durfte dem „Club“ und Teilen der „Techno Halle“ einen eigenen Style geben.“, erinnert sich Conny. Nils jobbte mit, erst als Lichtmann, dann als DJ. „Und irgendwie haben wir dann plötzlich Parties/Konzerte entwickeln dürfen.“.
Parallel dazu waren die beiden erstmals gemeinsam auf den Bühnen des Landes mit Nils damaliger Band The A.C. System unterwegs und durften ein bisschen ins Musikbiz schnuppern, wodurch dann auch die Entscheidung fiel, ein eigenes Tonstudio aufzubauen.“, erklärt Nils. Um das Jahr 2000 begann die Luft für Großraumdiskotheken dünner zu werden.
„Es ging aber trotzdem immer irgendwie weiter“, sagen sie im Rückblick und wanderten gut gelaunt und gleichbleibend wissensdurstig-neugierig von Job zu Job. Immer mit künstlerischem Antrieb im Rücken – und vielen Talenten. Sie nutzen Musik, unterschiedliche Maltechniken, die zahlreichen Möglichkeiten, auf digitaler Ebene kreativ zu werden, für ihre Produktionen.

EinZigartig und verbunden

Die gemeinsamen Erfahrungen im Unterhaltungsgeschäft mündeten in einem gemeinsamen Start in die Selbstständigkeit und in Menden. EinZ ist jedoch nicht etwa eine Zusammenfassung von zwei Menschen, sondern betont die Einzigartigkeit. „Jedes Wesen ist einzigartig. Gleichzeitig sind alle miteinander verbunden“ sagt Nils Bonk und Corinna Häußler unterstreicht, dass durch das Internet die globale Vernetzung deutlich und einfach geworden ist. NiCo (so nennen sich die beiden auf Facebook) nutzen Verbindungen aus und in unterschiedlichen Richtungen. Und sie haben sich mit jedem weiteren Auftrag und jeder neuen Herausforderung ein breites Fundament an medienübergreifenden Techniken angeeignet: „Stetige Weiterbildung ist für uns bei der Schnelligkeit der heutigen Medienentwicklungen zu einer Selbstverständlichkeit geworden.“
Neben dem umtriebigen Leben in der digitalen Welt sind NiCo genauso aktiv im „echten“ Leben unterwegs. Vor allem, wenn künstlerischer Anspruch gefragt ist, tauchen sie auf und bringen all ihre Talente ein. Menden ist für sie inzwischen Heimat und somit sehr wichtig geworden. „Hier fühlen wir uns wohl und engagieren uns daher mit ganzem Herzen.“

Ihr Engagement bei KUK mal hier, der Initiative, die sich aktiveren Klimaschutz und eine Region ohne weitere Autobahn wünscht, verbindet globales Verantwortungsbewusstsein samt Umweltschutz mit lokalem Handeln. „Wir haben schon oft mit Janine Bauer zusammen gearbeitet. Ohne das geringste Zögern haben wir unsere Unterstützung für die achtteilige Veranstaltungsreihe zugesagt. Auch, weil das Ganze auf Parteipolitik verzichtet.“ Wie alle anderen Beteiligten verarbeitet das Künstlerpaar Corinna Häußler und Nils Bonk für KUK mal hier ehrenamtlich bewegte Bilder und festgehaltene Momente, originale Kommentare und Musik, statteten die Facebook-Seite von KUK mal hier mit umfangreichem Material aus.

Globales Verantwortungsbewusstsein, lokaler Einsatz

Bei wichtigen Lokalaktionen, wie z.B. „augen auf für menden“, den alljährlich stattfindenden Hackathons, das KunstFest PASSAGEN oder auch den KUK-Aktionen sind die beiden oft leidenschaftlich mit dabei. ,„Wenn man die Welt verändern möchte, muss man da beginnen, wo man wirkt und lebt.“, erklären sie ihr Engagement, „und letztendlich auch bei sich selbst.“
So gaben die beiden auch (vor Corona) begeisternd ihr Wissen an der VHS/Junge Kunstschule weiter und dozierten auch immer wieder in halbjährigen Projekten an weiterführenden Schulen mit Titeln wie „Globales Lernen“ oder den Blick hinter den „Schönen Schein“, um die jungen Menschen für die Herausforderungen unserer Zukunft zu sensibilisieren.

Nils Bonk: „Mit den Jahren ist es toll zu sehen, wie sich bei den Jüngeren ein immer stärkeres Verantwortungsbewusstsein für den Planeten entwickelt. Wir erleben, wie intensiv die Kids über die Zukunft nachdenken, diskutieren und Lösungen suchen. Die hängen nicht fest am Bekannten. Viele junge Menschen entwickeln heute konkrete Ideen und haben keinerlei Angst, neue Wege zu gehen. Sie lernen viel schneller als wir Erwachsenen heute, dass das „Gemeinsam“, gerade auch global gesehen, immer wichtiger wird. Und dazu gehört auch ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir selbst ein Teil der Natur sind und beginnen sollten, unserer Verantwortung gerecht zu werden.“

Interview Nr. 6/8 FRAU DROLSHAGEN FRAGT